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Heute ist Dienstag, 07. September 2010, 21:56 Uhr.
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Bannwaldsee/Schwanseepark

Der Bannwaldsee und seine Umgebung sind ein herausragendes Beispiel einer großartigen Gletscherlandschaft. Die Verlandungszonen mit Schilfgürtel, die angrenzenden Flach-, Übergangs- und Hochmoore, die verschiedenen Quellmoore und Quellbäche, die Fliessgewässer, die Bruch- und Moorrandwälder, die trockenen und feuchten Magerrasen, die Drumlins, Grundmoränen, Findlinge und Terrassenkanten präsentieren eine Modellandschaft mit einer unerreichten Biotopvielfalt.


Außergewöhnlich viele Schmetterlinge, wie der Hochmoorgelbling - ein Eiszeitrelikt - und zahlreiche Pflanzen, wie etwa Sumpfgladiole, Sibirische Schwertlilie, Sonnentau, verschiedene Enzianarten oder Orchideen, die in der Roten Liste als "stark gefährdet" eingestuft sind, finden hier einen gesicherten Lebensraum.


Am Bannwaldsee war nach der Eiszeit der Tisch für die nomadisierenden Steinzeitjäger reich gedeckt. Dies beweist die Tatsache, dass in unmittelbarer Nähe des Sees der größte mittelsteinzeitliche Rast- und Jagdplatz Bayerns gefunden wurde. Der außergewöhnliche Bedeutung dieses Gebietes wurde am 1.4.1995 durch die Ausweisung zum Naturschutzgebiet Rechnung getragen.


Der Schwanseepark

Schloß Hohenschwangau und der Schwansee fallen dem Betrachter vom Tegelberg aus sofort ins Auge. Und in der Tat, der Schwanseepark ist eine Besonderheit. Nach dem Verschwinden des späteiszeitlichen Füssener Sees entwickelte sich rund um den Schwansee über Jahrtausende ein Lebensraum von seltener Qualität. Später wurde der Schwansee mit seinen Mooren, Feuchtwiesen und Kalkmagerrasen in eine Parklandschaft miteinbezogen. Geblieben ist bis heute eine gelungene Verbindung  von Natur und Kultur. Ab 1838 ließ Kronprinz Max am Fuss von Schloss Hohenschwangau im sogenannten "Rohrach Filz" von renommierten Gartenbauarchitekten einen "Englischen Garten" errichten. Rund 5000 Bäume und Sträucher wurden gepflanzt, geschwungene Wege angelegt und eine herrschaftliche Reitbahn gebaut. Der heutige, rund 60 ha große Schwanseepark entstand.


Am Rand des Schwanseepark wurden lange Zeit wichtige Bodenschätze genutzt. Schwangauer Bürger brannten dort Kalk und nutzten mehrere Steinbrüche.

Vor rund 225 Millionen Jahren wurde in einem flachen, ruhigen Meer feinkörniger Kalkschlamm abgelagert. Daraus wurde ein wertvoller Naturstein. Die leuchtenden Aussenfassaden von Schloss Neuschwanstein bestehen aus "Alterschrofener Marmor" von den Steinbrüchen im Schwanseepark.


Impressum: Forstamt Füssen, Gemeinde Schwangau, Stadt Füssen, Tegelbergbahn

Der Schwanseepark ist heute ein "Kulturdenkmal", in dem die Natur noch immer eine herausragende Stellung einnimmt. Auf Kalkmagerrasen wachsen beispielsweise herrliche Enziane und Mehlprimeln, in Flachmoorbereichen verschiedene Arten von Knabenkräutern und am südlichen Rand bietet ein einmaliger Schluchtwald oft stimmungsvolle Momente. 1923 übernahm der Wittelsbacher Ausgleichsfond den Schwanseepark. Seit dieser Zeit versucht man den Charakter diese Parks zu erhalten. Rund 35 Hektar bewirtschaften und pflegen Schwangauer Bauern.

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