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Die gewaltigen Gesteinsmassen, die vom Rande der Hohenschwangauer Berge bis zur Donau abgelagert wurden, beweisen, daß diese Berge einst doppelt so hoch waren wie heute. Es ist ein langer Wettlauf zwischen Entstehen und Vergehen. Zur Zeit behält das Entstehen noch die Oberhand. Aber auch diese Berge werden sich in Jahrmillionen zu einer anmutigen Mittelgebirgslandschaft wandeln.
...so könnte man das Aufwachsen der jungen Fichten an diesem Berghang bezeichnen. Der glatte und steile Hang ist dicht mit langhalmigem Gras bewachsen. Jeden Winter gerät auf solch einer Gleitbahn die schwere Schneedecke in Bewegung: Gleitschnee und Schneerutschungen biegen die Bäumchen mit mächtiger Schubkraft nieder, oder reißen sie gar mitsamt dem noch schwächlichen Wurzelwerk heraus.
Majestätisch und scheinbar schwerelos kreist der Steinadler hoch über den Berggipfeln - dabei entgeht den Adleraugen nichts: Murmeltiere, Schneehasen, Gamskitze müssen sich vor dem fluggewandten Überraschungsjäger in Acht nehmen. Aber auch Fallwild verschmäht er nicht.
Früher wurde er als vermeintlicher Schädling und Konkurrent um Jagdbeute auch im Allgäu bis an den Rand der Ausrottung verfolgt.
Und heute? Dank wirkungsvollem Schutz hat der Steinadler den Alpenraum wieder vollständig besiedelt!
Eifrig bemühen sich Pflanzen, die Abtragung der Hänge zu verlangsamen. Der Säbelwuchs der Fichten, die Elastizität der Latschen und die Genügsamkeit und Cleverness zahlreicher Pionierpflanzen sind bemerkenswert. Sie versuchen, die Wunden zu heilen und den Hang zu stabilisieren.
Auf Geheiß von König Max II. wurde um das Jahr 1850 dieser Weg großzügig und mit gleichmäßig geringer Steigung ausgebaut. So konnten der König und seine Jagdgäste bequem auf Pferden ins königliche Revier und zu den Tegelberg - Jagdhäusern gelangen. Weite Teile des Ammergebirges und des angrenzenden Tirols waren von 1838 bis 1918 zum Königlichen "Leibgehege" Hohenschwangau vereint. Die meisten heutigen Wanderwege im Ammergebirge wurden in dieser Zeit als "Reitwege" und Jagdsteige zu Jagdzwecken angelegt. Auch viele Jagdhäuser wurden erbaut.
Sonderbare Baumgestalten haben sich gerade hier angesiedelt: Wo sich im Winter oft meterhoch die Schneemassen türmen, haben diese Bergahorne Fuß gefaßt. Lawinen haben ihnen einst die Äste abgerissen, Steine und Felsbrocken die Rinde zerfurcht. Bergahorne können solche Verwundungen gut ausheilen. Die Rinde überwallt rasch Verletzungen, neue Triebe schlagen überall wieder aus. Häufig stehen sie deshalb wie trotzige Einsiedler und Kämpfer an Berghängen gerade dort, wo andere Bäume nicht aufwachsen konnten oder längst vergangen sind.
Auf der Kahlfläche, die Sie rechter Hand sehen können, stand bis zum Jahr 1990 ein prächtiger, geschlossener Bergmischwald mit bis über 200-jährigen Baumriesen. Was ist hier geschehen? Gewaltige Frühjahrsstürme in diesem Jahr haben Bäume entwurzelt und kleine Löcher in den Wald gerissen - Startsignal für die Vermehrung eines gerade einmal streichholzkopfgroßen Borkenkäfers: Der "Buchdrucker". Hier fanden die Käfer reichlich Brutraum in den vielen sturmgeworfenen Fichten. Und, begünstigt durch die folgenden trockenwarmen Sommer, vermehrten sie sich massenhaft. Das liegende Sturmholz war rasch gänzlich besiedelt. Um neuen Brutraum zu erobern, bohrten die Käfer nun auch zahlreiche stehende Fichten an, die solch einer Übermacht nicht gewachsen waren.
Eine Vielzahl von Pilzen, Bakterien und andere Kleinlebewesen haben die Stämme besiedelt. Heerscharen holzfressender Larven von Bockkäfern und Holzwespen treiben ihre Gänge hinein. So ist auch für andere der Tisch reich gedeckt: Schlupfwespen, räuberisch lebende Käfer, Spitzmäuse und Spechte machen Jagd auf diese Larven.
Auch Baummarder und Rauhfußkauz finden hier ein lohnendes Jagdrevier. Ausgediente Spechthöhlen sind begehrte Tagquartiere für Fledermäuse und unentbehrliche Brutstätten für viele Vogelarten.
Zugegeben, HIFI - Qualität konnten Sie wohl nicht erleben, dennoch haben Sie selbst erlebt, welche Klangvielfalt Holz erzeugen kann und welch hohe akustische Leitfähigkeit im Holz steckt. Kein Wunder, daß viele Musikinstrumente aus Holz gebaut werden. Besonders gut für den Instrumentenbau eignet sich das langsam erwachsene, feinringige Gebirgsholz aus Fichte und Bergahorn, so wie es in unserem Gebiet zu finden ist (Tonholz). Bereits im 16. Jahrhundert wußten Lauten- und Geigenbauer dieses Holz zu schätzen und gründeten 1562 in Füssen die erste Zunft der Lauten- und Geigenbauer.
Der Alpensalamander verträgt Sonnenschein und Trockenheit nicht. Als waschechter Lurch liebt er Regenwetter und Morgentau, dann erscheinen die auffälligen Krabbeltiere oft zahlreich.
Die Kreuzotter ist durch eine besondere Kälteanpassung in unseren Alpen ebenso zuhause wie noch am nördlichen Polarkreis! Als wärmehungriges Reptil braucht sie erst ausgiebige Sonnenbäder, um richtig aktiv zu werden. Ausgestattet mit zwei Giftzähnen jagt die Schlange nach Mäusen, Eidechsen und Fröschen, welche sie durch Giftbiß tötet. Dem Menschen geht sie jedoch aus dem Weg und lebt überhaupt sehr versteckt, denn hier oben sind Greifvögel ihre Hauptfeinde.
Perfekt angepaßt: zwei bewegliche Hufhälften mit scharfem Außenrand und weichem Sohlenkern sind ihr ideales Schuhwerk in Fels und Schnee. Ein gedrungener Körperbau und kräftige Beine dazu machen Gemsen zu wahren Kletterkünstlern. Der hochgelegene Bergwald und das Felsrevier sind ganzjährig ihr Lebensraum, hier können sie auch den härtesten Alpenwinter überdauern: Dichtes Winterfell, Genügsamkeit und Fettreserven machen es möglich.
Urig, aber sensibel: Rothirsche sind unsere größten freilebenden Wildtiere, doch sie sind sehr störungsempfindlich. Deshalb schätzt das Rotwild den Bergwald und die Almwiesen als ruhigen Lebensraum.
So ändert sich der Bergwald auf Ihrer Wanderung vom Tal bis auf die Gipfel der Ammergauer Berge. Den Grund dafür spüren auch Sie: mit zunehmender Höhe wird das Klima kälter. Die Winter dauern immer länger, für die Bäume verkürzt sich mehr und mehr die Zeit, in der Stoffwechsel und Wachstum möglich sind. Der Wald hat sich diesem Klimawechsel stufenartig angepaßt.
 - Impressum: Forstamt Füssen, Gemeinde Schwangau, Stadt Füssen, Tegelbergbahn
Eigentlich müßten Sie in dieser Höhenlage den bunten Bergmischwald aus Fichten, Tannen, Buchen und Bergahornen bewundern. Doch dieser reine Fichtenwald ist ein Werk des Menschen: Die forstliche Bewirtschaftung des Waldes wurde ab dem 19. Jahrhundert zunehmend durch das Streben nach maximalem Gewinn beeinflußt. Der Wald sollte seinem Besitzer größtmöglichen Ertrag durch hohe Holzproduktionen bringen. Vielerorts entstanden eintönige, dichte, reine Fichtenwälder. Erst Katastrophen und ökologische Erkenntnisse zeigten, daß solche "Monokulturen" nicht dauerhaft bestehen.
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